Manga-Geheimtipp: Defense Devil

by Jay on 24. January 2012

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Im Moment sieht es in der Welt der Shonen-Mangas eher fad aus. Der letzte neue, wirklich interessante, Shonen von TokyoPop war Beelzebub und der ist auch schon wieder sechs Bände alt. Carlsen hat nach wie vor nur die üblichen Leichen im Keller, die da heißen: One Piece, Dragon Ball und Naruto.
Bis vor kurzem zumindest! Endlich hat Carlsen mal wieder etwas Interessantes ins Sortiment aufgenommen und mit Defense Devil einen anständigen Shonen auf den deutschen Mangamarkt geworfen. Bei dem Namen klingelt nichts? Dann seid ihr hier genau richtig.

Zur Story: Kucabara ist ein Dämon, der allerdings alles andere als dämonisch ist. Seine viel zu freundliche Art hat ihm die Verbannung in der Zwischenwelt und die Beraubung sämtlicher Kräfte eingebracht. Jene versucht er wieder an sich zu reißen, jedoch gelingt das nur mit der sogenannten Dark Matter, die aus menschlichen Seelen gewonnen wird. Bedingt durch seine unnatürliche Vorliebe zu Menschen, entscheidet er sich ein Defense Devil, ein Anwalt für der Sünde angeklagter Seelen zu werden und Unschuldige vor dem Fegefeuer zu bewahren.

Anwalt der Toten‘, klingt das nicht geil?! Die Idee hat mich von Anfang angesprochen, allerdings war der noch ansprechendere Zeichenstil ausschlaggebend. Das Cover des ersten Bandes ist ziemlich abgefahren, ein echter Blickfang. Was dann bei näherer Betrachtung auffällt, ist die für Shonen eher unübliche Art der Zeichnungen: Anfangs war ich schon der festen Überzeugung, das es sich hier um einen Shōjo-Manga handelt. Ich hab mich geirrt und zugegeben ist eine weibliche Note bei einem Jungen-Comic nicht jedermans Sache. Es fällt aber leicht, sich daran zu gewöhnen und sehr schnell lieb zu gewinnen. Außerdem wird man(n) alle paar Kapitel mal mit einem prallen Dekolleté, mal mit einem aufblitzenden Höschen beglückt. Wenn das einen mal nicht über einiges hinwegsehen lässt?
Aber ernsthaft: Der Mangaka Yang Kyung-Il muss sich bei jedem Panel richtig ins Zeug gelegt haben. Oder ist das das Ergebnis, wenn man sich nur auf die Zeichnungen konzentrieren muss? Denn wie auch z.B. bei Bakuman entspringen Story und Zeichnungen nicht dem selben Hirn. So ist Yang Kyung-Il der Illustrator und Youn In-Wan der Autor von Defense Devil. Zusätzlich unterscheidet die beiden noch eine weitere Kleinigkeit vom “normalen” Mangageschäft: Yang Kyung-Il und Youn In-Wan sind beide wohnhaft in Korea und lassen ihre Geschichte in Japan verlegen. Folglich sitzen Redakteur und der gesamte Verlag in einem anderen Land und weder die auftretenden Sprachprobleme (Youn In-Wan konnte beim Serienstart kein Wort japanisch), noch die fast ausschließliche über Internet und Fax stattfindende Kommunikation mit ihrem Redakteur, hindert sie daran, es auf zehn veröffentlichte Bände zu schaffen.

Wie man bei soviel hin und her einen roten Faden im Auge behalten kann, ist mir ein Rätsel, aber trotzdem hat Youn In-Wan es irgendwie geschafft. Die Story überzeugt, auch wenn es den ersten Kapiteln ein wenig an Schwung fehlt. Dieser tritt in Band 1 erst am Ende auf und wird über den Cliffhanger hinaus, auch ein den gesammten zweiten Band über gehalten. Trotzdem wird es streckenweise langatmig, man kommt aus dem Leseflow und muss Pausen einlegen. Dies kann man bei der vorliegenden Textmenge ruhig in Kauf nehmen, denn anders als bei reinen Battle-Manga ala Fairy Tail wird die Handlung zu einem großteil vom Text getragen und dies spiegelt sich auch in der Lesezeit wieder. Ein weiterer Unterschied zu klassischen Battlemanga liegt im Schwerpunkt der Kämpfe: In Defense Devil stehen an erste Stelle Rätsel und deren Lösung. Somit wäre es in Genres gesprochen ein Krimi mit viel eingestreuter Comedy. Erst am Ende eines Falles treten die echten, pysischen Kämpfe in den Vordergrund und sorgen so für einen Spritzer Action im Finale.

Ich kann Defense Devil allen Shonen-Fans, die momentan an einer Durststrecke leiden, aber auch allen, die keine Mammuth-Serie mit weit über 40 Bänden anfangen wollen, nur wärmstens ans Herz empfehlen. Die Kämpfe sind sicherlich nicht so mitreißend, wie in Bleach und die Rätsel reichen nicht an Death Note, aber es ist bewundernswert, was die Macher trotz all der Hürden zu Stande gebracht haben.
Der Humor könnte weniger platt und kindisch sein, aber die Spannung nach den Kapiteln ist groß und somit bleibt das Interesse aufrecht gehalten. Einzig die Zähigkeit einiger Textstellen kann man wirklich ankreiden, sonst würde man die knapp 170 Seiten förmlich wegatmen können.
Die Serie hat durchaus potenzial, doch bin ich der Meinung, dass noch längst nicht alles rausgeholt worden ist. Einige Bände kommen zwar noch, aber viel Zeit bleibt der Geschichte nicht mehr, denn leider wird mit dem zehnten Band schon das Ende kommen. Ob das nun tragisch oder vielleicht doch berechtigt ist, wird sich wohl noch zeigen. Also auf hoffentlich acht unterhaltsame Bände!

{ 9 comments… read them below or add one }

Blitchy February 6, 2012 at 19:59

Interessiert wohl noch weniger Leute als das Tabletop, echt Schade, wobei ich sagen muss das von meinen “Mexxler” Freunden das Ding auch keiner kennt…. wo habt ihr das gefunden ?

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DoC February 6, 2012 at 20:22

Ich bin erschüttert, hier liest du wohl noch weniger als beim Tabletop. “Endlich hat Carlsen mal wieder etwas Interessantes ins Sortiment aufgenommen und mit Defense Devil einen anständigen Shonen auf den deutschen Mangamarkt geworfen.”

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Thraximundar February 6, 2012 at 20:54

Woher kennst du denn die zahlen wer was liest? :D
Wir verbuchen es einfach mal als verbales Fettnäpfchen;) :D :D

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G-DX February 6, 2012 at 21:47

noja, wo findet man sowas?
beim bücher-dealer deines vertrauens würd ich sagen ;)
hahaha
einfach in die liste schauen was an veröffentlichungen ansteht und auf intressante namen achten

wobei der manga es noch zusätzlich erschwert hat, dadurch das es kein jump-manga ist

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aleks_m February 6, 2012 at 20:20

wenig kommentare bedeuten nicht unbedingt wenig interesse. nicht jeder ist so mitteilungsbedürftig und liest daher lieber im stillen kämmerlein

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novanis February 6, 2012 at 20:38

noch dazu wenn mein einfach nichts zu sagen hat… und OH JA ich hab oft schon was zu melden gehabt. oder? ^^

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aleks_m February 6, 2012 at 20:43

tjoa, schon, hahahahaha

aleks_m February 6, 2012 at 20:44

und zack hat der post wesentlich mehr kommentare, hahahah

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Jay February 8, 2012 at 14:14

Mensch, da passt man einmal nicht auf und schon hat man Kommis ohne Ende =D
Joa, wie GD-X schon gesagt hat, beim ‘Bücher-Dealer deines Vertrauens’ einfach mal die Augen offen halten oder am besten mal nachhaken, ob es neue Shonen gibt, die sich zu lesen lohnen. Oder Onkel Google fragen *g*
Aber schon zu sehen, dass auch schon Mexxler hier unterwegs sind *ist ja selbst einer*

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