Monster Hunter Tri – Review

by R00kaBiLLy on 26. April 2010

in NerdzOnFire,Reviews,Wii

Monster Hunter Tri ist der neueste Teil der Reihe aus dem Hause Capcom. Der Begriff “neu” ist in diesem Zusammenhang jedoch schon vorsichtig zu gebrauchen, da das Spiel bereits seit mehr als einem halben Jahr in Japan erhältlich ist.
Während man hierzulande also bislang durch den Besitz einer PSP in den Genuss von Monster Hunter Freedom Unite kommen konnte, so wird nun die breite Wii-Spieler- Masse erobert. Ob diese Eroberung einen hoffnungslosen Kreuzzug oder eine ruhmreiche Akquirierung darstellt könnt ihr den folgenden Zeilen entnehmen.

Story

Tatort ist das Dorf Moga.
Das Dorf Moga liegt auf einer Insel, welche von tosenden Wellen umspült, von blendend blauem Himmel bedeckt und von Ungetier aller Art bewohnt wird.

Als Ungetier bezeichnen sich die Bewohner des Dorfes jedoch nicht. Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von der Fischerei und dem Handel mit der Außenwelt. Ebenso zählen sich zu den Bewohnern auch alte Monsterjäger.

Das Dorf wird, wie könnte es auch anders sein, vom alten Dorfchef angeführt, welcher euch auch zugleich willkommen heißt und euch erste Aufgaben gibt.

Grund für euer Erscheinen sind die ständigen Erdbeben, welche vom Seeungeheuer Lagiacrus erzeugt werden. Ihr als dynamischer junger Jäger oder Jägerin sollte diesem Schrecken ein Ende setzen. Also ab in die Scheide mit dem Schwert und marsch marsch!.

Charaktererstellung

Bevor wir uns aber zwischen die Fänge dieser Welt schmeißen können müssen wir zunächst bestimmen, in welcher Form wir durch die Welt wandeln wollen.

Die Charaktererstellung von Monster Hunter Tri lässt euch einige Optionen frei. Hier bestimmt ihr unter anderem ob ihr Mann oder Frau spielt, welche Gesichtszüge ihr annehmen wollt, welche Frisur getragen wird und welche Farbe diese dann hat. Interessant ist auch die Wahl der Stimme eures Jägers.

Steuerung

Gesteuert wird auf verschiedene Arten. Ihr habt die Möglichkeit mit dem Classic Controller zu spielen oder mit Wiimote und Nun-Chuck.

Für diese Review wurde nur die Variante mit der Wiimote und dem Nun-Chuck gewählt.
Während ihr euch also instinktiv mit dem Control-Stick auf dem Nun-Chuck bewegt, mit Z-Taste sogar schneller, könnt ihr mit dem A-Knopf Gegenstände aufsammeln oder eure Waffe schwingen.

Hierbei ist es entscheidend wie ihr die Wiimote haltet. Mit dem Kippen zur linken Seite etwa führt ihr einen seitlichen Hieb aus, welcher bei den großen Waffen mehrere Gegner auf einmal erwischt. Mit dem Kippen zur rechten Seite hingegen könnt ihr einen Aufwärtshieb landen, welcher auch gegen fliegende Gegner hilfreich sein kann. Mit dem Kippen nach Hinten werdet ihr die Spezialattacke der Waffe ausführen. Dies kann eine Sprungattacke sein aber auch das Aufladen eines zerstörerischen Hiebes.

Mit gezogener Waffe pariert ihr per Z- und mittels B-Knopf könnt ihr durch Rollen ausweichen.
Selbst der kleine C-Knopf am Nun-Chuck hat seine Funktion. Dort könnt ihr nämlich Items auswählen, welcher ihr dann mit dem 1-Knopf benutzt.

Ihr seht, man hat sich Mühe gegeben jeden Knopf zu verwerten.

Gameplay

Monster Hunter Tri versetzt euch in die Lage eines Monsterjägers, welcher Aufträge annimmt, ein Dorf wiederaufbaut und unzähligen Waffen, Rüstungen und Items gegenübersteht.

Ihr bewegt euch neben dem Dorf Moga auch im Moga-Wald umher, welcher als Startgebiet dient. Aber ebenso warten schon bald Wüstenregionen und Eislandschaften auf euch. In all diesen Umgebungen stellt ihr euch allerlei Monstrositäten in den Weg und erkundet und sammelt.

Um diesen Teilaspekten eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen haben wir hier eine kleine Unterteilung vorgenommen.

Waffen

Die Waffen sind ein besonderer Punkt im Spiel.
Es gibt 6 Waffenkategorien.

  • Großschwert: Eine schwere Hiebwaffe, welche langsam aber dafür umso stärker ist
  • Schwert und Schild: Eine schnelle kurze Waffe, welche für kurze Kombinationen geeignet ist, weniger Schaden anrichtet, dafür jedoch eine gute Möglichkeit zum Blocken gibt
  • Hammer: Was soll man dazu noch sagen? Ein riesiger Hammer! Ohne Blockmöglichkeit jedoch.
  • Lanze und Schild: Eine sehr lange Waffe, welche mit dem Schild zusammen gut benutzt werden kann um Gegner auf Distanz zu halten oder abzublocken.
  • Langschwert: Das Langschwert ähnelt dem Katana und zeichnet sich durch lange Reichweite, schnellere Bewegungsabfolge als beim Großschwert und moderaten Schaden aus.
  • Bowgun: Die Bowgung besteht aus 3 Teilen, welche ihr seperat schmieden könnt und welche das Gewicht sowie Attribute der Waffe ausmachen

Zu Beginn könnt ihr nur zwei Waffen aus jeder Kategorie kaufen. Diese unterteilen sich in Eisen-Waffe und Knochen-Waffe.

Eine Eisenwaffe besitzt mehr Schärfe als eine Knochen-Waffe. Schärfe?
Jede Waffe besitzt eine gewisse Schärfe, welche sich im Spiel durch einen farbigen Balken darstellt.
Je schärfer die Waffe umso mehr Schaden teilt sie aus und um so höher die Chance durch den Panzer einer Riesenechse zu schneiden.

Doch eure Waffe kann sich ebenso durch übermäßigen Gebrauch abnutzen. Das macht sich dann bemerkbar durch deutlich verringerten Schaden und ein entsprechend lädiertes Klingensymbol auf dem Bildschirm. Das Schärfen eurer Waffe nehmt ihr durch Wetzsteine oder ähnliche Gegenstände vor.

Zurück zu den Waffenarten.
Während eine Eisenwaffe also mehr Schärfe besitzt, so besitzt das Pendant, die Knochen-Waffe, mehr Schaden.
Wie sich das bei den weiterentwickelten Waffen auswirkt ist jedoch fraglich. In der Tat kann man neue Waffen schmieden oder bestehende verbessern.

Bei einer Eisenwaffe benötigt ihr so mehr Erze während ihr bei einer Knochenwaffe… exakt.
Durch das Verbessern eurer Waffen veränderen sich nicht nur die Werte wie Schärfe und Schaden.
Ebenso kann sich auch das komplette Aussehen der Waffe verändern indem ihr einen neuen Waffenpfad einschlagt.
Im Internet kursieren schon Weapon-Trees. Wer sich also ein wenig spoilern möchte kann dort nachschauen.
Also ist es möglich einige bestimmte Waffen nur durch Schmieden und Verbessern zu erhalten anstatt durch simples Kaufen.

Je nachdem was ihr für Quests erledigt habt werden so auch neue Waffen freigeschaltet zum Kauf oder zum Schmieden.
Zu diesem System der Verbesserung und Schöpfung gesellen sich auch die Rüstungen in Monster Hunter Tri.

Die Rüstungen unterteilen sich in Kopfschutz, Brustschutz, Armschutz,Hüftschutz und Beinschutz.
Hier könnt ihr kombinieren wie ihr möchtet. Ihr könnt euch Rüstungssets zusammenstellen um ein einheitliches Aussehen zu haben, ihr könnt aber auch verschiedene Stile nach eurem Belieben mixen. Die entsprechenden Rüstungen verlangen demnach nach entsprechenden Materialien. Wollt ihr den Jaggi-Kopfschutz, so müsst ihr auch Jaggi-Schuppen und Jaggi-Häute liefern. Danach richtet sich dann auch das Aussehen der Rüstung.

Jede Rüstung und Waffe hat zudem Fähigkeitswerte. Diese Werte addieren sich bei eurem Charakter und liefern so besondere Fähigkeiten wie zum Beispiel BBQ Meister, mit welchem ihr schneller grillt. Dies ist nur ein Bruchteil der möglichen Fähigkeiten.

Quests

Die Quests erhaltet ihr von der Gilde. Diese Gilde besteht aus Jägern, welche auf Abruf verschiedenste Ungetümer erlegen oder fangen.

Jedoch müsst ihr euch natürlich erst einmal hocharbeiten. Zunächst arbeitet ihr simple Aufgaben ab ehe ihr später dringende Spezialaufträge, etwa das Liquidieren eines bestimmten großen Monsters übernehmt. Diese Tiere müsst ihr dann in naher Zukunft auch fangen, was nochmal eine nette Abwechslung darstellt. Doch all das will erstmal Weile haben.

So stehen zu Beginn welche Aufgaben an? Richtig. Das allseits beliebte Sammeln.

Sammeln ftw?

Ihr sammelt viel in Monster Hunter Tri. Soviel, dass man schon mal den Überblick verlieren kann und sich fragt ob man hier bei Harvest Moon sei.

Doch diese Objekte haben alle ihren Nutzen. Findet ihr Kraut, so benutzt ihr dies als Heilmittel. Findet ihr Blaupilze könnt ihr das mit Kraut kombinieren um einen Trank herzustellen der schon mehr Gesundheit wiederherstellt. Natürlich gibt es in einer Welt voll Monster auch Fleisch. Viel Fleisch um genau zu sein.

Um dem Herr zu werden habt ihr eure portable Grillstube dabei. Auf Knopfdruck setzt sich der Held in jeder noch so brisanten Situation hin und grillt das rohe Fleisch, was er gesammelt hat. Nicht zu verachten also, dass man aufpassen muss ob man blutiges, gebratenes oder verkohltes Fleisch dabei erzeugt. Jedes erzeugt eine unterschiedliche Menge an Ausdauer. Was?Auch noch Ausdauer?

HUD

In der Tat. Ihr könnt ja nicht stundenlang sprinten ohne einmal Luft zu holen.Die Kraft in euren Armen bleibt nach den beinharten Schwanzschlägen einer 2 Meter hohen Echse auch nicht erhalten. Das wäre ja höchst unrealistisch. Also solltet ihr stets einen Blick auf eure Ausdauerleiste haben.

Diese nimmt übrigens im Laufe der Zeit ab, kann jedoch durch Nahrungsaufnahme erhöht werden.
Neben Ausdauer besitzt ihr noch den Gesundheitsbalken,dessen Nutzen relativ eindeutig sein dürfte. Interessant hierbei ist jedoch noch, dass ihr verschiedene Stati erhalten könnt. Seid ihr zum Beispiel in der Wüste so brennt euch die brütende Hitze die Gesundheit vom Leib. Eurer Gesundheitsbalken verfärbt sich und verringert sich langsam, sofern ihr kein Item habt, was euch vor dem Sonnenstich schützt.

Für Expeditionen unter Wasser steht euch die nützliche Sauerstoffanzeige zur Verfügung, die durch Luftblasen und Luftholen an der Oberfläche gefüllt wird.

Das Waffensymbol zeigt euch den Status eurer Waffe an und ein paar Zentimeter darunter seht ihr, falls ihr euch einen Status eingefangen haben solltet.

Grafik

Monster Hunter beschert der Wii einige traumhafte Szenen. Sei es der Meteoritenschauer in der Nacht oder das Vorbeiziehen der Wolken am Tage.

Die Texturen sind nicht so hochauflösend wie bei den Konkurrenten XBox360 und Playstation3 und doch sind sie für Wii-Maßstäbe unerhört gutaussehend.

Das gesamte Leveldesign und die Texturierung machen einen gut aufeinander abgestimmten Eindruck. Anscheinend hat man auch gelernt mit ein paar Wettereffekten zu experimentieren. Während tagsüber die Hitze in der Wüste flimmert und gleißende Reflektionen gespiegelt werden wehen nachts eiskalte Winde durch die sandigen Ebenen. Bemerkbar macht sich dies auch an eurem Jäger. Tagsüber keucht er aufgrund der Hitze und nachts friert er aufgrund der klirrenden Kälte.

Fazit

Das Spiel ist mit Sicherheit ein kleines Sprungbrett für etwaige zukünftige “Core-Spiele”. Um einfach aufzuzeigen, dass sich in der Wii-Gemeinde nicht nur Gelegenheitsspieler befinden. Denn diese könnten ihre Probleme mit dem Spiel bekommen.

In Monster Hunter erkämpft man sich seine Siege. Kein Monster agiert wie das andere und will durchaus kurz durchleuchtet werden. Das Wechseln der Waffen für entsprechende große Gegnerschaften ist demnach also keine Überraschung. Doch eben dieses Wegfallen vom Button-Smashing kann für einige Gamer zum Problem werden, da die Überforderung durch Kampfsystem, Fluten von Ausrüstung und Komplexität schier zu groß sein könnte.

Ich will euch damit nicht sagen, dass Monster Hunter ein sehr komplexes Spiel ist, denn das ist es im Maßstab zu anderen Spielen nicht. Aber ebenso ist es auch nicht im Arcade Bereich anzusiedeln. Das Spiel ist zum größten Teil wirklich durchdacht und lockt so manches Mal mit einer Überraschung.

Eine kleine Anekdote daran kann ich geben(SPOILER):

Während einer Quest sollte ein gewaltiger Dilophosaurus-Verschnitt erlegt werden. Natürlich ging ich entspannt an die Sache, musste jedoch schon bald feststellen, dass das Vieh die Levelabschnitte eigenständig wechseln kann, mir seine kleinen Untertanen auf den Hals hetzt, seine Gesundheit regenerieren kann und auch noch unerhört viel aushält!

Wisst ihr noch wie ich geschrieben habe, dass man sich seine Siege verdient?
In meinem zweiten Anlauf ging ich etwas gestärkter in den Kampf und hing durchaus durch den ständigen Wechsel der Levelabschnitte mehr als 10 Minuten an dem Kampf.

Natürlich war ich dementsprechend froh als das Vieh erlegt war und ich es ausweidete um meine Ausrüstung doch erheblich verbessern zu können.

Die Moral der Geschichte? Die unmittelbar darauffolgende Quest bestand darin, genau so ein Monster lebendig zu fangen.
In diesem Sinne! Gute Jagd!

{ 2 comments… read them below or add one }

aleks_m April 27, 2010 at 00:33

Klasse Review mein Lieber!

Reply

novanis April 28, 2010 at 04:48

R00kaBiLLy klasse review, ehrlich besser hätte man es nicht erklären können, aber ich muss dieses mal ein bisschen mäckern

Grade Core Gamer werden wohl den Classic Controller benützen während sie MH tri spielen, währe nett gewäßen wenn du dies auch noch unter der Lupe genommen hättest

Und aber wirklich nicht schlimm, ein bisschen zuviele Absätze sind dabei, … hat mich ein bisschen verwirrt aber macht gar nichts ich habe das lesen genauso genossen

Übrigens was ich sehr ans Herz legen will, es währe toll wenn ihr zum EU release von deamon soul’s eine review machen würdet, das interresiert mich sehr und weiß noch immer nicht so ganz ob es doch zu schwer werden könnte für mich

nochmals klasse review mehr davon ;)

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