Muramasa: The Demon Blade ~ Review

by R00kaBiLLy on 14. März 2010

in Reviews,Wii

“Zwei Schwerter: Wenn einer die Schärfe eines Muramasa-Schwertes erproben wollte, so hielt er dieses in fließendes Wasser und beobachtete, wie es sich gegen die abfallenden Blätter verhielt, die auf der Strömung herab schwammen. Und er sah, wie die Klinge jedes Blatt, das auf sie traf, entzweischnitt. Hielt er dann ein Masamune-Schwert hinein, so fand er zu seiner Überraschung, dass die Blätter der Klinge auswichen!”

Muramasa Shodai, Muramasa Nidai und Muramasa Sandai waren japanische Schwertschmiede. Ihre Besonderheit zeichnete sich darin aus, ihre Klingen durch eine eigene Technik der Schwertschmiedekunst besonders scharf und leichthändig zu gestalten.
Man sagte, diese Meister der Schwertschmiedekunst würden einen Teil ihres eigenen Wesens auf ihre Schöpfungen übertragen.
Wir werden diese kleine Geschichtsstunde an dieser Stelle nicht so schmucklos weiterführen. Wir werden direkt in sie eintauchen. Wie wir das anstellen?
Indem wir unsere gute alte Wii entstauben und ihr “Muramasa:The Demon Blade” einverleiben.

!–Achtung–! !–Oldschool Alarm–!
Muramasa:The Demon Blade ist ein Spiel, was bereits im April 09 in Japan und im November 09 in den europäischen Gefilden in die Arme geschlossen werden durfte.
Darum ist es mir eine besondere Freude, heute dieses Spiel ein wenig zu präsentieren, um es doch aus der Versenkung zu holen.

Während damals in den guten alten Zeiten die Spiele noch von der Seite betrachtet wurden und man seitwärts die Level durchstreifte, so haben wir heutzutage doch meist actiongeladene Effektbombardements in unserem 3D Spiel.
Eine Instanz dieser guten alten Zeit bildet Muramasa, indem es erneut als  Sidescroller auftritt und zudem die Kategorie Action-RPG bedient.
Eine Besonderheit des Spiels ist ebenfalls die Grafik. Hier erwarten den Spieler gezeichnete Hintergründe, welche alle dem legenden-angehauchten Japan entsprechen.

Rekishi wa ~-~-~ Story

Muramasa versetzt euch ins Japan zur Zeit der Genroku Ära (1688-1704). Das besondere an dieser Ära im Spiel sind die Schwerter des Dämonenschmieds “Muramasa”.
Innerhalb des Spiels könnt ihr euch zwischen zwei Persönlichkeiten entscheiden.
Auf der einen Seite Kisuke, ein Ninja, welcher vor seinen Häschern flüchtet. Warum, das bleibt ihm aufgrund einer Amnesie verborgen und somit ist sein Pfad zunächst für den Spieler als auch für Kisuke selbst verborgen.
Lediglich der Antrieb ein besonderes Katana zu finden kurbelt die Story zunächst an.

Auf der anderen Seite stellt sich euch das Schicksal von Momohime zur Auswahl.  Momohime ist eine junge Frau adeliger Abstammung. Aufgrund einer Intrige gerät sie jedoch in die Falle des Krieger Jinkuro Izuna. Dieser wiederrum irrt als Geist umher und erlangt durch seine Falle nun den Zugang zu Momohimes Körper.
Bedingt durch ihre Besessenheit durch Jinkuro muss sie letztendlich einwilligen der verlorenen Seele zu helfen, um ihren Körper eigens für sich zu besitzen.

Yuugi no kikai ~-~-~ Eine schlechte Übersetzung für: Gameplay

Beide Charaktere werden seitwärts durch das Japan von damals gesteuert. Die Level ziehen sich von in Sonnenuntergang getauchte Reisfelder über mysteriöse von Kobolden bewohnte Höhlen bis zu grellbunten Städten bei Nachtlicht.
Während ihrer Reise werden die beiden Charaktere auch in die von dem jeweils anderen Charakter betretenen Ländereien gelangen. Die Level sind jedoch nicht vollgestopft mit Feinden. Stattdessen ergibt sich hier und da die Gelegenheit zum Kampf, was durch ein symbolisches Ausrufezeichen betont wird.
Eure Gegner in Muramasa sind, wie könnte es auch anders sein: Ninja und Samurai. Hauptsächlich kämpft ihr gegen diese Krieger, welche sich in verschiedenen Variationen darstellen. Sei es nun der 0815 Ninja zu Boden, welcher euch mit Shuriken und seinen Klingen traktiert, oder aber z.B. der mit überdimensionalen Papierdrachen ausgestatte Ninja.

Dazu gesellen sich dann noch Feinde wie Sagengestalten in Form von Kobolden oder fliegende Rochen sowie andere Dämonen.
Besonders hektisch kann es dann innerhalb eines Bosskampfes werden. Diese werden meist von übergroßen  bzw. übermächtigen Dämonen ausgetragen und erfordern eine bestimmte Herangehensweise, während der Rest der Gegner
auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad durch Button-smashing stilgerecht hingerichtet werden kann.

Der nächste Schwierigkeitsgrad erfordern schon teils das Ausweichen und Blocken. Neben dem puren Blocken gibt es auch das Abwehren. Hier kann man ganz in Fernost-Manier durch das rechtzeitige Drücken des Abwehr Buttons Shuriken und andere Wurfgeschosse abwehren und auf den Gegner zurückschleudern.

Eure Ninjas können übrigens kochen. Nein nein, das stimmt schon:kochen. Ihr könnt verschiedene Rezepte kaufen und mit den entsprechenden Rohstoffen dann Gerichte zaubern, welche eure Lebenspunkte erhöhen oder eure Werte verbessern.
Werte? Natürlich. Ist ja immerhin ein Action RPG. Jeder Charakter hat Werte, die z.B. seine Lebenspunkte beeinflussen. Daher könnt ihr auch Level aufsteigen und erhaltet so eine Steigerung dieser Werte.

Innerhalb der Levels könnt ihr Seelen einsammeln, welche als hellblau-türkis leuchtende Flammen dargestellt sind. Wozu Seelen? Seelen sind dafür da um eure Schwerter aufzurüsten. Moment.Aufrüsten?Upgrades? Hell yeah.
Nicht umsonst wirbt Muramasa unter anderem damit, 100 freischaltbare Schwerter zu besitzen.
Diese Schwerter gliedern sich in Langschwerter und Katana. Manche können sich vielleicht schon denken was den Unterschied ausmacht. Langwerter sind natürlich ein wenig langsamer zu handhaben und dafür stärker während Katanas das Pendant dazu bilden.
Jeder Charakter startet in dem Sword oder Blade  Tree an einer eigenen Stelle und kann im Laufe der Odysee verschiedene Schwerter freischalten. Man kann auch die Schwerter des anderen Charakters freischalten sowie einen kombinierten Tree freischalten, dessen Schwerter umso stärker sind.
Das Besondere an den Schwerter sind nicht die Werte, obwohl natürlich auch Role Playing Elemente nice to know sind. Nein es sind die Spezial Attacken die über “B” ausgelöst werden. Das können Klingenwirbelstürme oder Feuersäulen und und und sein. Jedes Schwert hat eine eigene Attacke, wobei diese sich oft wiederholen und in etwas stärker ausgepräger Ausgestaltung erneut auftauchen.
Im Kampf trägt jeder Charakter drei Klingen bei sich. Der Grund hierfür ist der Zustand der Klingen. Blockt ihr zu oft mit einem Schwert, so droht dieses zu zerbrechen. Ist dies einmal der Fall, so wechselt ihr zu einem der restlichen 2 Schwerter und könnt euer Schwert erst im nächsten Kampf wieder gebrauchen. Ihr könnt jedoch jederzeit das Schwert zurück in die Scheide stecken, wo es sich dann langsam regeneriert, auch während des Kampfes.
Ein besonders netter Effekt ist das Ziehen des Schwertes. Hierbei gibt es eine Technik, die sich von selbst aufladen muss. Ist diese vollkommen geladen,so werdet ihr, sobald ihr das Schwert wechselt/ein anderes zieht sämtliche Gegner auf dem Bildschirm treffen. Dies ist eine nette Anlehnung an das Kendo von damals, wo Samurai versuchten mit dem Ziehen ihres Schwertes bereits einen Streich ausführen zu können.



Souda ~-~-~ Steuerung

Muramasa steuert sich vergleichsweise einfach und simpel. Freundet euch schonmal mit dem A-Knopf an. Hegt und pflegt ihn, sprecht von mir aus auch mit ihm, denn er ist euer bester Freund.
Mit dem A-Knopf schlagt ihr, ihr blockt und ihr schlagt Angriffe zurück. Vereinfacht: Button Smashing ist angesagt. Und mit einem Knopf ist das ganze dann noch viel schöner.
Mit dem Nun-Chuck Control Stick bewegt ihr euch in der Spielwelt umher, sowohl seitwärts als auch hoch und runter. Es ist ebenso möglich den A-Knopf gedrückt zu halten und mit dem Control Stick eine Art Sprintattacke durchzuführen,
welche ebenfalls an Martial-Arts Filme erinnert: Stichwort Baumwipfelhüpfen.
Es gibt mehrere Steuerungsarten in Bezug auf den Controller. Einmal Wiimote selber und dann noch in Kombination mit dem Nunchuck. Oder man benutzt den Classic Controller.
Wie ihr seht will euch das Spiel in diesem Punkt keine Steine in den Weg legen,  bevorzugt jedoch selber auch keine der genannten Varianten.

Fazit

Das Spiel bewährt sich nach alte-Schule-Manier und lässt schon eine gewissen Nostalgie aufkommen. Aber so sehr es auch alten Spielen gleicht, so sehr besitzt es leider auch deren Mankos.
Das Spielprinzip ist simpel,besitzt jedoch viel Charme. Es ist ein Erlebnis für sich, wenn man 100 Schwerter mühevoll freischalten kann und dazu noch leidenschaftlicher Sammler oder “Upgrader” in Spielen ist, wie das nunmal bei mir persönlich der Fall ist.
Auch hilft es ein Freund der asiatischen Kultur oder zumindest der Martial-Arts bzw. Mythologie zu sein. Dies ist jedoch ein Bonus der nicht für jeden gilt, was bedeutet, dass Muramasa:The Demon Blade einige nette Features besitzt, welche jedoch nicht stark genug ausprägt sind.
Die Spieltiefe ist somit relativ gering. Für all jene Fans von Sidescrollerspielen und Buttonsmashing-Orgien sei der Titel jedoch wärmstens empfohlen.

{ 4 comments… read them below or add one }

Aluh März 14, 2010 um 20:06

Oh, ich bin total beeindruckt!
Herzlichen Dank R00kaBiLLy, für diesen tollen Review!
Ich liebäugele schon des längeren damit, mir das Spiel zuzulegen. Allein vom Optischen her, spricht es mich mehr als an.
Meine Kaufentscheidung hast du auf jeden Fall zum Positiven beeinflusst!

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aleks_m März 15, 2010 um 12:57

klasse review! vielen dank!

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fireandice März 15, 2010 um 18:10

Die Story wurde wirklich anschaulich erzählt, in anspruchsvollem Stil. Dass dabei die Charakteristika, die Möglichkeiten des Games wunderbar eingearbeitet wurden, aber auch auf Defizite verwiesen wurde, unterstreicht die intensive Arbeit an diesem sehr gelungenen Review. auch die Pics wurden angemessen und passend eingebaut. Ich denke, ich freue mich schon auf Rookabillys nächstes Werk. Wäre ich Pauker, bekäme dieses Essay, das ist es wirklich, jede Menge Punkte von mir. Kompliment!

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R00kaBiLLy März 16, 2010 um 18:00

Oh, vielen Dank. Freut mich, wenn ich das Spiel ein wenig näher bringen konnte :)

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